Höhlenfest
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Einladungen · Juni 2026

Einladungs-Karten in Höhlenmalerei-Optik selbst gestalten

Tonpapier, Espresso-Pulver als Naturpigment-Ersatz und drei Hand-Schablonen reichen. So sehen die Einladungs-Karten zum Steinzeit-Geburtstag aus wie aus der Lascaux-Höhle.

Wenn am Küchentisch zehn graue Papp-Rechtecke liegen und das Kind fragt, ob das wirklich ein Geburtstags-Brief werden soll, lohnt sich ein kurzer Blick auf das große Vorbild: In der Höhle von Lascaux haben Menschen vor rund 17.000 Jahren ihre Hände an die Wand gelegt und mit Erdfarbe drumherum gepustet. Genau dieses Negativ-Bild der Kinder-Hand ist der schönste Trick, um Einladungs-Karten in echte Höhlenmalerei-Optik zu verwandeln — ohne Künstler-Studium, ohne teure Pigmente, mit Sachen, die im Küchenschrank stehen.

Was du brauchst

  • Graues oder braunes Tonpapier in A6 (oder A5, einmal gefaltet) — zehn Bögen für eine Geburtstags-Gruppe
  • Zwei gehäufte Esslöffel Espresso-Pulver oder feuchten Kaffeesatz vom Vortag
  • Ein kleines Glas warmes Wasser, eine Schale zum Anrühren
  • Einen weichen Küchen-Schwamm, halbiert
  • Die Hand des Geburtstags-Kindes als Schablone (groß und klein gemischt sieht später besonders lebendig aus)
  • Einen feinen Pinsel oder einen schwarzen Filzstift mit Pinselspitze für die Mammut-Konturen
  • Etwas Päckchen-Schnur oder Jute-Garn als „Höhlen-Lagerfeuer-Knoten“
  • Zeitfenster: rund 90 Minuten für zehn Karten, am besten an einem ruhigen Nachmittag

Schritt für Schritt zur Höhlen-Karte

1. Karten zuschneiden. Wer A5-Bögen faltet, hat automatisch eine Klapp-Karte mit Innenseite für den Einladungs-Text. Die Außenseite bleibt für die Höhlenmalerei reserviert. A6 funktioniert genauso, ist aber etwas knapp für ausladende Hand-Schablonen.

2. Espresso-Wasser anrühren. Zwei Esslöffel Pulver mit etwa drei Esslöffeln warmem Wasser zu einer satten, schlammigen Brühe verrühren. Sie soll dunkel-bräunlich aussehen — keine wässrige Suppe. Wer es röter mag, mischt einen Teelöffel Paprika-Pulver darunter. Vorsicht: Espresso färbt Tisch-Decken zuverlässig, also Wachs-Tuch unterlegen.

3. Hand auflegen, Schwamm-Negativ tupfen. Die Kinder-Hand fest auf die Karte drücken, mit der anderen Hand den Espresso-Schwamm rundherum auftupfen. Wichtig: nicht malen, sondern stupsen. Sobald die Hand abgehoben wird, bleibt eine helle Hand-Silhouette in einem Wolken-braunen Feld stehen — exakt die Lascaux-Optik. Wer einen Spritz-Effekt mag, klopft den Schwamm aus zwanzig Zentimeter Entfernung leicht ab.

4. Mammut-Outline zeichnen. Neben der Hand entsteht jetzt das eigentliche Höhlentier. Ein Mammut besteht aus einem dicken Ei-Körper, vier kurzen Säulen-Beinen, einem hängenden Rüssel und zwei geschwungenen Stoßzähnen — der Buckel über dem Kopf ist das Markenzeichen. Höhlenbären sind noch leichter: ein schwerer Ovalkörper, kurze Beine, runde Ohren. Ein Pinsel oder ein schwarzer Filzstift reicht völlig, Schraffuren machen die Tiere lebendig.

5. Innen-Seite beschriften. Auf der Innenseite kommt der Einladungs-Text. Eine erprobte Lese-Probe: „Komm mit auf Mammut-Jagd in unsere Höhle — Samstag, 14 Uhr, mitbringen: Schlamm-feste Schuhe und einen Steinzeit-Hunger.“ Datum, Uhrzeit, Treff-Punkt, Abhol-Zeit und eine Handy-Nummer für Rückfragen gehören in jede Einladung — auch wenn der Höhlenmaler-Stil das fast schade findet.

6. Einrollen und verschnüren. Die fertige Karte (gut durchgetrocknet, mindestens zwei Stunden) wird locker eingerollt und mit einem Stück Jute-Schnur verschnürt. Wer mag, klemmt ein getrocknetes Blatt oder eine kleine Feder unter den Knoten. Das fühlt sich beim Aufmachen schon nach Abenteuer an.

Variante für ambitionierte Höhlenmaler

Wer es noch näher am Original mag, geht in den Garten und kratzt rote Erde aus einer Beet-Kante (alternativ: ein Teelöffel Ocker-Pigment aus dem Bastel-Laden). Diese Erde wird mit einem Eigelb verrührt — das ist die echte Lascaux-Technik. Eigelb-Tempera klebt zuverlässig auf Tonpapier, riecht nach zwei Tagen aber leicht streng. Bei Sommer-Hitze im Juni am besten draußen arbeiten und die Karten zügig in den Versand bringen.

Wenn etwas schiefgeht

Espresso-Brühe ist tückisch: zu wässrig, und die Hand-Silhouette verschwimmt. Zu trocken, und der Schwamm hinterlässt harte Kanten. Eine Probe-Karte vorab kostet zwei Minuten und rettet die ganze Charge. Falls das Mammut zu klein gerät, einfach eine zweite Höhlen-Szene auf die Rückseite — Steinzeit-Künstler haben auch übermalt, was nicht passte.


Ressort: Einladungen